Das Lagebild bei Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen auf Deutschlands Amateurfußballplätzen hat sich in der Saison 2025/2026 insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres bewegt. Das geht aus dem aktuellen Lagebild Amateurfußball hervor, das der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seit zwölf Jahren auf Grundlage der elektronischen Spielberichte erhebt.
Bundesweit wurden bei insgesamt 1,284 Millionen abgeschlossenen Spielberichten in 5.450 Partien Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle gemeldet. Das entspricht einem Anteil von 0,42 Prozent aller Spiele. Die Zahl der Spielabbrüche stieg leicht von 825 auf 842 Partien an.
Thüringen bleibt unter dem Bundesdurchschnitt
Im Thüringer Fußball bewegen sich die Zahlen weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. In der Saison 2025/2026 lagen zu 24.692 Begegnungen abgeschlossene Spielberichte vor. In 52 Spielen wurde mindestens ein Gewalt- oder Diskriminierungsvorfall gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von 0,21 Prozent aller Spiele mit abgeschlossenem Spielbericht und liegt damit weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt von 0,42 Prozent. Bei den Spielabbrüchen wurden in Thüringen zehn Fälle registriert. Dies entspricht einem Anteil von 0,04 Prozent aller Spiele mit abgeschlossenem Spielbericht.
Die häufigsten Geschädigten waren Spielerinnen und Spieler (29 Nennungen), gefolgt von Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern (20 Nennungen). Auch bei den Beschuldigten stellen Spielerinnen und Spieler den größten Anteil, daneben wurden jedoch auch Zuschauerinnen und Zuschauer in mehreren Fällen als Beteiligte genannt.
Jeder Fall ist einer zu viel
Die Zahlen der gemeldeten Vorfälle bewegen sich in Thüringen weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass Gewalt und Diskriminierung auch im Amateurfußball weiterhin vorkommen und konsequent thematisiert werden müssen.
Der Thüringer Fußball-Verband arbeitet seit Jahren kontinuierlich daran, Gewalt, Diskriminierung und unsportliches Verhalten im Fußball zurückzudrängen. Zu den Maßnahmen zählen unter anderem die Arbeit der AG Konfliktmanagement, das Projekt „Schiedsrichter gegen Diskriminierung“ sowie regelmäßige Ordnerschulungen für Vereine. Darüber hinaus werden die Angebote kontinuierlich weiterentwickelt. Für das Jahr 2027 sind unter anderem Deeskalationstrainings für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sowie Antidiskriminierungs-Workshops für Vereine geplant.
Steffen Reichenbächer, Vorsitzender Ausschuss für gesellschaftliche Verantwortung: “Die Zahlen zeigen, dass wir in Thüringen gut aufgestellt sind. Sie sind für uns aber kein Grund, in unseren Anstrengungen nachzulassen. Gewalt und Diskriminierung haben auf unseren Fußballplätzen keinen Platz – unabhängig davon, gegen wen sie sich richten oder von wem sie ausgehen. Gemeinsam wollen wir deshalb mit unseren Vereinen nicht nur auf Vorfälle reagieren, sondern vor allem präventiv arbeiten. Aufklärung, Sensibilisierung und konkrete Hilfsangebote sind dabei entscheidend. Unser gemeinsames Ziel ist ein Fußball, in dem Respekt, Fairness und ein wertschätzendes Miteinander selbstverständlich sind. Daher appellieren wir an alle in der Fußball-Familie, Vorfälle zu melden und nicht wegzuschauen.”
Bundesweite Maßnahmen werden fortgeführt
Auch auf DFB-Ebene bleibt die Präventionsarbeit ein zentraler Bestandteil. Zu den wichtigsten Instrumenten zählen weiterhin die Kapitänsregel und das DFB-STOPP-Konzept, die dazu beitragen sollen, Konflikte auf dem Spielfeld zu entschärfen.
Vorfälle konsequent melden
Der Thüringer Fußball-Verband motiviert weiterhin alle Beteiligten, Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle konsequent zu melden. Nur durch eine vollständige Erfassung können Vorfälle aufgearbeitet, Betroffene unterstützt und wirksame Präventionsmaßnahmen weiterentwickelt werden.
Meldungen außerhalb des elektronischen Spielberichtes an: anlaufstelle(at)tfv-erfurt.de
Das aktuelle Lagebild zeigt, dass sich der Thüringer Fußball weiterhin auf einem Niveau unter dem Bundesdurchschnitt bewegt. Gleichzeitig bleibt jeder gemeldete Vorfall einer zu viel. Ziel aller bleibt ein respektvoller und wertschätzender Umgang auf und neben dem Platz.

