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Im DFB-Club der 100: Klaus Huscher - 50 Jahre Ehrenamt beim FSV Schleiz

Die Auszeichnung im „Club 100“ steht für besonderes ehrenamtliches Engagement im deutschen Fußball. Jährlich werden aus den Kreisehrenamtssiegern Persönlichkeiten ausgewählt, die sich in herausragender Weise für ihren Verein und den Fußball einsetzen. Thüringen ist mit vier Ehrenamtlichen im „Club 100“ vertreten, die stellvertretend für das große Engagement an der Basis stehen. Klaus Huscher ist einer aus dem Thüringer Quartett. Er blickt auf 50 Jahre Ehrenamt beim FSV Schleiz.

Von Hartmut Gerlach (Mitglied des Ehrenrates)

Wenn ein Verein funktionieren soll, dann muss schon ein Rad ins andere greifen. Das ist bei einer Sportgemeinschaft nicht anders. Natürlich denkt man dabei zuerst an die Trainer und die Vereinsspitze. Aber es gibt viele andere Helfer, ohne die zum Beispiel ein Thüringenligaspiel in Schleiz oder sonst irgendwo nicht laufen würde. Da sind die Ordner und Betreuer ebenso zu nennen wie die Frauen und Männer, die die Versorgung übernehmen. Auch die Helfer auf den Parkplätzen spielen eine wichtige Rolle. Der Liveticker muss laufen, für die Schiris will gesorgt sein, und es soll auch über die Spiele auf den Kanälen berichtet werden. Mancherorts gehört sogar der Platzaufbau dazu. Schon gar nicht geht es ohne Kassierer.

Umso angenehmer ist es, dass die Schleizer Vereinsführung um Claudia Ludwig die Verdienste des Mannes für das Eintrittsgeld zu schätzen weiß. Kein Wunder, denn Klaus Huscher, wie der in Schleiz am 27. Juli 1950 Geborene heißt, erledigt den ehrenamtlichen Job seit 50 Jahren. Irgendwann in den 70er Jahren hat man den ehemaligen Fußballer, der die Schuhe verletzungsbedingt an den berühmten Nagel hängen musste, gefragt, ob er sich nicht vorstellen könne, Kassierer zu werden. Klaus hatte und bekleidete dieses Ehrenamt bis 2025. Da kommen schon einige Stunden zusammen, denn in Schleiz gibt und gab es auch eine zweite Mannschaft. Natürlich muss ein Kassierer rechtzeitig, meist schon für die Dauer eines Fußballspiels, vor Ort sein. Am Spielende sind die Abrechnung zu machen und auch die Schiedsrichter zu bezahlen. Da kommen locker schon mal sechs, sieben Stunden zusammen.

Dabei war Klaus Huschers Beruf durchaus kein ganz einfacher, denn er war Lehrer für Geographie und Russisch, später kam dann noch Geschichte dazu. Dass der Regelschulpädagoge einige Jahre sogar an der Förderschule und am Gymnasium aushelfen musste, machte das Lehrerdasein nicht leichter. „Aber ich habe in den unterschiedlichen Schulen sehr gern unterrichtet“, sagt er und man nimmt ihm das ab.

Dass er es nun gut sein lässt, hängt einfach damit zusammen, dass er sich gern auch mal wieder Fußballspiele über die ganze Zeit anschauen will. Denn als Kassierer kommt man in der ersten Halbzeit kaum dazu, zumal die Sichtverhältnisse wie aktuell in Schleiz nicht optimal sind.

Dass dies alles nur funktioniert, wenn einem eine starke Frau den Rücken frei hält und Verständnis für das aufwendige Hobby des Ehegatten hat, immerhin hat man drei Kinder gemeinsam groß gezogen und erfreut sich jetzt an zwei Enkeln. Das sei für sie normal gewesen, obwohl es manchmal nicht so angenehm war, wenn Klaus zu einer Geburtstagsfeier später erscheinen musste, sagt Ehefrau Christine und schmunzelt dabei. Oft habe sie sich mit Freundinnen die Zeit vertrieben, fügt sie hinzu.

Claudia Ludwig, die Vereinsvorsitzende, würdigt den langjährigen Kassierer so: „Klaus Huscher hat es mehr als verdient, so hochrangig und -wertig ausgezeichnet zu werden. Er war über viele Jahrzehnte das Gesicht am Kassenhaus an unserem Fasanengarten. Egal ob Minusgrade oder volle Hitze, Klaus hat nur zu ganz wichtigen Familienevents gefehlt! Dafür wollten wir Danke sagen und ich denke, das ist uns allen gelungen.“

Die Tage in Dortmund, wo man sich neben der Festveranstaltung unter anderem das sehr interessante Fußballmuseum angeschaut habe und auch die Zeit mit den Freunden vom Bayerischen Fußballverband (BFV) in Thüringen bleiben für die Huschers unvergesslich. Froh ist das neue Mitglied im „DFB-Club der 100“ auch darüber, dass ein Nachfolger gefunden wurde, der in seine Fußtapfen tritt. Es müssen ja nicht 50 Jahre sein … .