Bereits zum 16. Mal reisen Fußballtrainer aus aller Welt nach Bad Blankenburg, um an der internationalen UEFA‑B‑Lizenz‑Ausbildung des Thüringer Fußball‑Verbandes teilzunehmen. Das Besondere an diesem Format: Unter den Teilnehmenden befinden sich neben den „locals“ zahlreiche Trainer aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kontinenten – auch diesmal aus Nord‑ und Südamerika, Asien und Australien.
Der Lehrgang ist vollständig in englischer Sprache konzipiert und lebt vom internationalen Austausch. Über gut zwei Wochen kommen die Trainerinnen und Trainer intensiv zusammen, lernen voneinander, tauschen Erfahrungen aus und arbeiten gemeinsam auf und neben dem Platz an ihrer weiteren Entwicklung als Coaches. Schwerpunkte bilden die Individual‑ und Gruppentaktik, die Grundlagen der Mannschaftstaktik sowie die Trainingsperiodisierung. Darüber hinaus steht der Trainer als Coach im Mittelpunkt: Welche Kompetenzen zeichnen einen Trainer aus, wie gestaltet sich Kommunikation im Trainings‑ und Spielbetrieb und welche Rolle spielt die eigene Trainerphilosophie in den unterschiedlichen thematischen Bereichen.
Unter den Teilnehmenden befindet sich mit Nils Petersen auch ein ehemaliger Bundesliga‑Profi und deutscher Nationalspieler mit zahlreichen Bundesliga‑Einsätzen und Toren, der seine Erfahrung aktiv in den Lehrgang einbringt.
Lehrgangsleiter Claudio Mußler: „Abseits des Fußballplatzes ist es interessant und schön zu sehen, welche Geschichte hinter jedem Coach steckt. Es treffen verschiedene Nationalitäten und Kulturen aufeinander. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass man sonst kaum die Möglichkeit hat, so viele Trainer aus aller Welt gemeinsam auf den Platz zu bringen. Das Netzwerk, das dabei entsteht, ist unfassbar interessant und wertvoll. Viele kommen mit unterschiedlichem Vorwissen, und es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich Fußball gedacht wird. Es gibt nicht den nur einen deutschen Weg – jeder Trainer muss seine eigene Philosophie entwickeln und das mitnehmen, was für ihn passt.“
Teilnehmer Philipp Kiebert (FSV Ohratal): „Am Anfang war es ziemlich ungewohnt, weil die Belastung körperlich und geistig nicht ohne ist. Wir sind den halben Tag auf dem Platz und die andere Hälfte im Seminarraum. Nach den ersten Tagen hat man aber gemerkt, dass wir eine richtig coole Truppe sind – unglaublich international: Amerika, Ecuador, Südkorea, Ohrdruf (lacht). Es ist anstrengend, aber es macht großen Spaß. Jeder bringt seine eigene Philosophie mit, und genau daraus kann man viel mitnehmen.“
Noch bis Ende der kommenden Woche sind die Coaches in Bad Blankenburg vor Ort, bevor sie sich wieder über den gesamten Globus verteilen und bestenfalls bald ihre B-Lizenz in den Händen halten.


