Hauptmen

#Ehrenamt

Im DFB-Club der 100: Dieter Legler, der „Mann für alles“ beim 1. FFV Erfurt

Die Auszeichnung im „Club 100“ steht für besonderes ehrenamtliches Engagement im deutschen Fußball. Jährlich werden aus den Kreisehrenamtssiegern Persönlichkeiten ausgewählt, die sich in herausragender Weise für ihren Verein und den Fußball einsetzen. Thüringen ist mit vier Ehrenamtlichen im „Club 100“ vertreten, die stellvertretend für das große Engagement an der Basis stehen. Dieter Legler ist einer aus dem Thüringer Quartett. Der Mannschaftsbetreuer des 1. FFV Erfurt blickt auf mehr als 50 Jahre ehrenamtliches Engagement im Fußball zurück und ist bis heute als „Mann für alles“ aus dem Vereinsleben nicht wegzudenken.

Von Hartmut Gerlach (Mitglied des Ehrenrates)

Wenn man den Begriff „Mädchen für alles" googelt, dann findet man unter diesem Spruch „eine Person, die in einem Betrieb, Verein oder Haushalt für alle anfallenden Tätigkeiten zuständig ist. Der Begriff wird meist umgangssprachlich und scherzhaft für jemanden verwendet, der sehr flexibel ist und verschiedenste Aufgaben – auch Hilfsarbeiten – übernimmt“.

Vieles davon trifft auf Dieter Legler, derzeit Mannschaftsbetreuer der Regionalligamannschaft des 1. FFV Erfurt, zu. Es gibt nur einen kleinen Unterschied. Der noch 70-Jährige ist weniger ein Mädchen, sondern mehr ein „Mann für alles“. Das ist sehr wörtlich zu nehmen, denn Legler erledigt für seine Fußball - Mädchen und - Frauen nahezu alles, was vor und nach einem Spiel wichtig ist. Und das ist jede Menge. Dieter Legler wäscht die Trikots, kauft Obst, bereitet das Essen vor – bei Auswärtsfahrten werde sogar gekocht, sagt er - organisiert den Spieltag, hat das Verkaufsteam unter seinen Fittichen inklusive Einkauf, bringt die Tickets an den Mann bzw. die Frau und kümmert sich um den Clubraum auf dem Gelände. Bei Auswärtsspielen fährt er einen Kleinbus, sorgt sich um Sponsoren und kocht auch schon mal Mittagessen. Und wenn eine weite Auswärtsfahrt zu einem DFB-Pokalspiel ansteht, dann geht er auch schon mal früh in fremden Gefilden zum Bäcker und zaubert danach ein Büfett, dem es an nichts mangelt.

Dabei hatte seine berufliche Tätigkeit so gar nichts mit dem Fußball zu tun. Als Facharbeiter für EDV hat er fast 50 Jahre bei der TEAG sein Geld verdient. Derzeit geht er noch einen Nebenjob als Hausmeister nach. 

Ein Klassenkamerad nahm ihn 1968 mit zum Fußball. Beim FC Erfurt Nord hat er auch zwei Jahre gespielt. Dann folgte er Wechsel zu Motor West, dem heutigen FC Borntal. Dieter bezeichnet sich selbst als Borntal-Kind. Er spielte in der 1. Mannschaft und war auch im Vorstand aktiv. Zudem baute er eine Nachwuchsmannschaft auf. 

Mit 63 Jahren spielte Legler sogar noch Alte Herren. 2004 brach er seine Zelte hier ab und ging zu den Frauen von Union Erfurt. Doch das funktionierte vor allem fußballerisch nicht so gut. Deshalb nahm er das Angebot von Wolfgang Nagorsky an und wechselte zum 1. FFV Erfurt. Hier übernahm er 2006 die 2. Mannschaft mit dem Ziel, in die Verbandsliga aufzusteigen. Das gelang 2007/08. 2013/14 wurde man sogar Meister, konnte aber den 1. Platz nicht feiern, da man Punkte aus Protestgründen durch den jeweiligen Gegner aberkannt bekam. So wurde man „nur“ Vizemeister, stieg aber auf.

Gern wählte man Dieter Legler ab 2008 in den Vorstand, wo er als Vizepräsident zwei Wahlperioden lang wichtigen Einfluss hatte. Zur 20-Jahr-Feier kam eine Broschüre heraus, für die der 1. FFV auch einen Preis erhielt. 

Ab 20/21 wurde er Mannschaftsbetreuer der 1. Mannschaft des Erfurter Vereins. Und dann kamen all die Aufgaben dazu, die wir schon erwähnt haben. Auf die Frage, wie lange er das noch tun will, antwortet unser Gesprächspartner: „Ich denke von Jahr zu Jahr, aber solange ich noch Spaß an der Tätigkeit habe und gesund bleibe, mache ich es gern.“

Viel Freizeit bleibt Dieter nicht. Auch nicht für die Ehegattin, mit der er 38 Jahre verheiratet ist, für die Tochter, den Schwiegersohn  und die beiden Enkelsöhne sowie für den 400 Quadratmeter großen Garten.

Daneben gibt es noch eine Runde, in der man bowlt oder Doppelkopf spielt. Im Ehrenamt kümmert sich Legler um die Betreuung der Senioren der TEAG, gehört dem Ehrenamtsbeirat des Stadtsportbundes (SSB) Erfurt an und ist Vorstandsmitglied beim Ostasiatisch-Deutschen-Kreativ-Verein e.V. (ODKV).

Sein Vereinschef beim 1. FFV Erfurt sagt über Dieter Legler: „Mit seiner Erfahrung, Verlässlichkeit und Einsatzfreude trägt er wesentlich zum Gelingen der Events bei. Sein unermüdlicher Einsatz, seine Vielseitigkeit und seine Hilfsbereitschaft machen ihn zu einem unverzichtbaren Mitglied der Fußballgemeinschaft.“

Leider konnten die Leglers urlaubsbedingt nicht zu den gemeinsamen Ehrenamtstagen mit dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) kommen. Aber in Dortmund war man vor Ort und tief beeindruckt von dem, was der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hier auf die Beine gestellt hatte. Da musste Dieter Legler mal nichts organisieren … .