Dass ein Thüringer Team das Endspiel im DFB‑Pokal erreicht, kommt nicht alle Jahre vor. Umso bemerkenswerter ist es, dass genau das den B‑Juniorinnen des FC Carl Zeiss Jena in dieser Saison gelang. „Letztes Jahr sind wir im Halbfinale im Elfmeterschießen ausgeschieden. Da konnte man diesmal hören, wie den Mädels die Steine vom Herzen gefallen sind. Das war nach Abpfiff grenzenloser Jubel und zum Teil sogar Tränen“, erzählt ein stolzer Coach Roy Bergner mit Blick auf das Halbfinale.
In der Runde der letzten vier trafen die Thüringerinnen, die allesamt Auswahlspielerinnen des Thüringer Fußball‑Verbandes sind, auf die U17 von RB Leipzig. Für Trainer Roy Bergner im Vorfeld ein 50:50‑Spiel, verrät er. Man wusste um die Stärken des Gegners, aber eben auch um die eigenen. Bis sein Team die eigenen Qualitäten auf den Platz brachte, galt es zunächst eine Phase zu überstehen, in der die Leipzigerinnen die FCC‑U17 gehörig unter Druck setzten. „Speziell in der Anfangsphase hat uns RB richtig geärgert, aber wir haben uns gefangen und waren dann die bessere Mannschaft“, so Bergner. Weitere Sicherheit gab, dass die Doppeltorschützin des Tages, Anna Axer, noch vor der Pause die Führung für die Gastgeberinnen erzielte.
Der erste Stich ging also an den FCC und mit dem 1:0 im Rücken zeigten sich die Thüringerinnen weiter diszipliniert. „Wir haben alles gut wegverteidigt“, so Bergner, dem gefiel, dass seine Mannschaft dem Gegner kaum Räume bot. Als Anna Axer in der Schlussphase auch noch zum 2:0 traf, glich das der Vorentscheidung und auch finale Offensivbemühungen der Gäste brachten den Heimsieg nicht mehr ins Wanken. „Ich war megaglücklich, dass die Mädels das geschafft haben. Die Leistungen in der ganzen DFB‑Pokal‑Saison sind überragend. Da schwingt natürlich auch Stolz mit“, so ein glücklicher Coach, der mit seiner Mannschaft am 30.05. zum Finale gegen den VfB Stuttgart nach Köln reisen wird.
Noch ein paar Wochen Zeit also, bis es im Endspiel um alles geht. Jetzt sollen die Spielerinnen sich erst einmal richtig über den Finaleinzug freuen, ihn sacken lassen und die Ferien genießen, verordnet Roy Bergner. „Wir werden rechtzeitig dann auf das Finale schauen und wenn wir unser Spiel durchbringen, dann haben wir auch gute Chancen, das Ding zu ziehen“, sagt er.
Thüringer DFB‑Pokal‑Siegerinnen, das wäre doch was …



