Am Dienstag, 12. Mai 2026, fand in Weimar ein Seminar zur psychischen Gesundheit im Nachwuchsleistungssport statt. Organisiert von der Robert-Enke-Stiftung in Abstimmung mit den Sportpsychologen des FC Carl Zeiss Jena und FC Rot-Weiß Erfurt, richtete sich die Veranstaltung an die U17‑Mannschaften beider Leistungszentren – einschließlich der Nachwuchsspielerinnen des FCC. Insgesamt nahmen rund 70 Spielerinnen und Spieler sowie Trainer teil.
Im Mittelpunkt des Seminars stand ein Thema, das im modernen Leistungsfußball zunehmend an Bedeutung gewinnt: die mentale Gesundheit von Nachwuchsathletinnen und -athleten. Dabei wurde deutlich gemacht, dass Sportler nicht nur vor körperlichen, sondern auch vor seelischen Belastungen und Erkrankungen geschützt werden müssen.
Ziel der Veranstaltung war es nicht nur, über psychische Erkrankungen aufzuklären, sondern auch Hemmschwellen abzubauen und junge Sportler zu ermutigen, offen über Belastungen zu sprechen und frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit Stress im Leistungssport. Die Teilnehmer erhielten Einblicke, wann Belastung problematisch wird und wie wichtig es ist, Warnsignale ernst zu nehmen. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle von Trainern, Betreuern und dem sozialen Umfeld, um Unterstützung anzubieten und frühzeitig reagieren zu können. Ex‑Bundesliga‑Spieler Martin Amedick sprach offen über seine eigenen Erfahrungen mit Depressionen. Seine persönlichen Schilderungen machten die Thematik für die Spieler und Spielerinnen greifbar.
Neben den fachlichen Inhalten wurde auch die Bedeutung eines respektvollen und unterstützenden Miteinanders betont – unabhängig von sportlichen Rivalitäten. Gerade im Nachwuchsbereich kann ein offener Umgang dazu beitragen, frühzeitig Hilfe zu leisten und gegenseitige Unterstützung zu fördern.
Für den Thüringer Fußball‑Verband ist die Auseinandersetzung mit der psychischen Gesundheit im Nachwuchsleistungssport ein wichtiges Anliegen. Viele der teilnehmenden Spielerinnen und Spieler sind zudem in den Auswahlmannschaften des TFV aktiv, wodurch die vermittelten Inhalte auch eine Bedeutung für die Verbandsarbeit haben.

